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Trauernden beistehen in Zeiten von Corona

Wir befinden uns gerade in einer sehr besonderen Situation. Diese wirkt sich nicht nur auf unser alltägliches Leben, sondern auch im Umgang mit Trauer und Tod aus.

Man kann einem trauernden Menschen aber auch aus der Ferne und aus einer gewissen Distanz beistehen und ihn unterstützen.

Das Wichtigste nun vorweg:

Trauer ist ein sehr langer Prozess. Sie durchläuft verschiedene Phasen und dauert häufig länger, als es Außenstehende meinen und bemerken. Bitte denken Sie daran, Betroffene nicht nur die erste Zeit zu unterstützen – sondern über Monate für Sie da zu sein. Auch bestimmt der Trauernde, was er an Hilfe zulassen kann und will und wie sich diese Hilfe letzten Endes dann gestalten wird.

Für den trauernden Menschen ist es gerade jetzt wichtig, signalisiert zu bekommen, dass sie trotz sozialer Distanz nicht alleine ist. Kurze Nachrichten, seien Sie über E-Mail, SMS oder von Hand geschrieben in Form einer Karte, ein kleiner, vor der Tür abgelegter Blumenstrauß, regelmäßige Anrufe …. all dies können Signale dafür sein, dass sie nicht alleine ist.

Fragen Sie, wie Sie unterstützen und helfen können und was benötigt wird, oder gut tut.

Möchte der Trauernde reden? Dann rufen Sie häufiger an! Hören Sie dann aufmerksam den Erzählungen und Ausführungen zu, und auch wenn sich die Worte wiederholen, lassen Sie reden. Das gehört dazu, um das Geschehene zu realisieren und es irgendwann auch verarbeiten zu können.

Aber bitte, erzählen Sie nicht von eigenen Verlusten oder versuchen, Ratschläge zu erteilen.

Bitte respektieren Sie aber auch, wenn der Trauernde lieber nicht reden möchte. All diese hier aufgeführten Möglichkeiten zu Unterstützung müssen auch gewollt werden.

Die Trauer übermannt oft in schlaflosen Nächten und ist dann noch schwerer zu ertragen. Vielleicht hilft es dem Trauernden, auch zu einer solchen Zeit mit Ihnen reden zu können? Vielleicht vereinbaren dann Sie einen Telefontermin?

Neben all dem emotionalen Beistand sollten Sie auch an praktische Hilfestellungen denken.

Trauer raubt Energie und oft werden die einfachsten Tätigkeiten zu einer großen Kraftanstrengung. Einkäufe, die erledigt werden müssen, wichtige Telefonate, die auf der To Do Liste stehen. Fragen Sie, wie Sie auch da helfen können.

In der Zeit der Isolierung könnten auch soziale Netzwerke eine Art der Kommunikation, der Kontaktaufnahme und des Austausches darstellen. Sie sind nicht jedermanns Sache, können aber Verbindungen zu Anderen herstellen – wenn gewollt.

Vielleicht wäre es für trauernde Menschen schön, nicht nur zu telefonieren, sondern seine Lieben über eine größere Distanz trotzdem zu sehen? Gerade hierfür gibt es nun Angebote wie Zoom, Microsoft Teams aber auch WhatsApp-Anrufe oder Facetime sind eine gute Möglichkeit. Helfen Sie beim Einrichten, wenn Hilfe benötigt wird.

Sie sehen, es gibt auch und gerade jetzt sehr viele Möglichkeiten, für Trauernde da zu sein und sie zu unterstützen. Die oberste und wohl wichtigste Regel dabei lautet aber: alles kann, nichts muss. Bitte respektieren Sie die Wünsche des Trauernden. Er bestimmt, was getan wird und was nicht.

Die Hospizgruppe Bobingen bietet neben der Begleitung Sterbender auch Trauerbegleitungen durch erfahrene Trauerbegleiter an. Sollten Sie das Gefühl bekommen, dass eine solche Begleitung benötigt wird, Sie sich in bestimmten Situationen überfordert oder verunsichert fühlen, wenden Sie sich bitte telefonisch an uns.